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Dengue-Fieber

Auch bekannt als "Knochenbrecher-Virus"


Das Dengue-Fieber ist eine tropische Viruserkrankung. Sie wird durch eine bestimmte Stechmückenart übertragen, die tagaktive Aedes-Mücke. Dengue-Fieber äußert sich in stark erhöhter Temperatur, Kopf- und Gliederschmerzen. Meist erholen sich Betroffene innerhalb weniger Tage wieder. Dengue-Fieber kann aber auch zu schweren Komplikationen oder sogar zum Tod führen. Erfahren Sie hier, in welchen Regionen die Tropenkrankheit auftritt, wie Sie eine Ansteckung vermeiden können und wie das Dengue-Fieber behandelt wird.



Dengue-Fieber: Ansteckungswege und Vorkommen


Dengue-Fieber wird vom Dengue-Virus verursacht, das in vier verschiedenen Varianten (Serotypen) vorkommt: DENV 1-4. Allesamt werden von der Aedes-Mücke übertragen - am häufigsten von der Gelbfieber- oder Tigermücke (Aedes aegypti oder Stegomyia aegytpi), manchmal auch von der Asiatischen Tigermücke (Aedes oder Stegomyia albopictus).

Diese Mücken kommen hauptsächlich in städtischer Umgebung beziehungsweise generell in von Menschen besiedelten Regionen vor. Sie legen ihre Eier bevorzugt in der Nähe von Wasser (Flaschen, Regentonnen, Eimern etc.) ab. Sind Weibchen infiziert, können sie den Virus direkt auf die Brut übertragen. Die weiblichen Mücken sind es auch, die die Krankheit an Menschen weitergeben. Menschen können sich nicht gegenseitig anstecken - sie dienen der Mücke lediglich als Reservoir, also als Lebensraum, von wo aus diese das Virus weiterträgt.


Dengue-Fieber ist weltweit die häufigste und sich am schnellsten ausbreitende, von Mücken verursachte Infektionskrankheit. Betroffen sind vor allem Südostasien, Süd- und Mittelamerika, Teile des Pazifiks wie Neukaledonien und Hawaii sowie Afrika und Australien.


Die häufigsten Infektionsländer waren 2018 laut Meldedaten des Infektionsschutzgesetzes (IfSG):

  • Thailand: 38 Prozent

  • Indien: 8 Prozent

  • Malediven: 5 Prozent

  • Indonesien: 5 Prozent

  • Kuba: 4 Prozent

  • Kambodscha: 4 Prozent

  • Sri Lanka: 4 Prozent

  • Vietnam: 3 Prozent

  • Mexiko: 2 Prozent

  • Tansania: 2 Prozent

  • Andere: 25 Prozent


Dengue-Fieber: Symptome


Die Zeit zwischen dem Stich der Aedes-Mücke und dem Auftreten der ersten Symptome (Inkubationszeit) beträgt drei bis 14 Tage. Meistens bricht die Infektion zwischen dem 4. und 7. Tag aus.

Die Symptome bei Dengue-Fieber sind oft sehr unspezifisch und ähneln denen einer gewöhnlichen Grippe: Typischerweise hat der Patient hohes Fieber (bis 40 Grad Celsius), Schüttelfrost, Kopf-, Gelenk- und Gliederschmerzen. Wegen der starken Muskelschmerzen wird das Dengue-Fieber auch "Knochenbrecher-Fieber" genannt. Das Fieber verläuft oft zweigipfelig (biphasisch). Zusammen mit dem zweiten Fieberschub kann ein rötelnähnlichen, juckender Ausschlag am ganzen Körper auftreten. Weitere mögliche Begleitsymptome beim Dengue-Fieber sind zum Beispiel Abgeschlagenheit, Übelkeit,Erbrechen sowie geschwollene Lymphknoten.


Komplikationen beim Dengue-Fieber


Bei der Mehrzahl der Patienten heilt das Dengue-Fieber ohne weitere Folgen aus. In manchen Fällen gibt es allerdings Komplikationen: Mediziner unterscheiden zwei schwerwiegende Krankheitsverläufe, die auch lebensbedrohlich werden können. Sie treten vor allem bei Kindern und Jugendlichen unter 15 Jahren auf sowie generell bei Patienten, die bereits eine Dengue-Erkrankung durchgemacht haben:


Dengue-Hämorrhagisches-Fieber (DHF): Beim hämorrhagischen Denguefieber folgen auf einen akuten Fieberausbruch Symptome, die durch einen starken Abfall der Blutplättchen (Thrombozytopenie) bedingt sind - es kommt zu diversen Blutungen wie stecknadelkopfgroßen Einblutungen in Haut oder Schleimhäuten (Petechien), Nasen- und Zahnfleischbluten sowie Magen-Darm-Blutungen (mit Bluterbrechen und blutigem Stuhlgang).

Dengue-Schock-Syndrom (DSS): Wenn aufgrund der Erkrankung der Blutdruck entgleist, kann das Herz nicht mehr genug Blut durch den Körper pumpen. In der Folge steigt die Herzfrequenz stark an. Dennoch werden lebenswichtige Organe wie Gehirn und Nieren nicht mehr ausreichend versorgt.


Warnzeichen solcher Komplikationen sind:

  • plötzlich auftretende Bauchschmerzen

  • wiederholtes Erbrechen

  • plötzlicher Abfall der Körpertemperatur auf unter 36° C

  • plötzlich auftretende Blutungen

  • Verwirrtheit, Unruhe oder Benommenheit

  • plötzlicher Blutdruckabfall

  • schneller Puls

Beide Komplikationen sind potenziell lebensbedrohlich und müssen im Krankenhaus behandelt werden. Das Tückische: Sie treten meist erst auf, wenn der Patient sich bereits wieder besser fühlt, oftmals zwischen dem dritten und siebten Tag der Erkrankung. Aus diesem Grund spricht man in diesem Zusammenhang auch von der kritischen Phase, da sich jetzt der Verlauf der Krankheit zeigt und der Arzt entscheiden muss, ob (drastische) Gegenmaßnahmen ergriffen werden müssen.


Dengue-Fieber: Behandlung


Es gibt keine ursächliche (kausale) Therapie bei dieser Infektion. Das heißt, der Arzt kann lediglich die Beschwerden lindern, nicht aber das Virus selbst bekämpfen.

Die Dengue-Fieber-Behandlung unterscheidet sich in der Fieber-Phase ohne Komplikationen nicht wesentlich von der einer Grippe: Wichtig ist eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr. Zudem kann man gegen das hohe Fieber und die Schmerzen ein schmerzlinderndes und fiebersenkendes Medikament wie Paracetamol einnehmen. Nicht geeignet sind Schmerz- und Fiebermittel, welche die Blutgerinnung beeinträchtigen und so die Blutungsneigung erhöhen. Dazu zählt vor allem Acetylsalicylsäure (ASS), aber auch Ibuprofen.

Solange keine Komplikationen auftreten, muss der Patient nicht unbedingt ins Krankenhaus. Sobald allerdings Blutungsanzeichen auftreten oder ein Schock droht, ist eine stationäre Behandlung (eventuell auf der Intensivstation) unumgänglich. Dort können die Vitalparameter (Herz- und Atemfrequenz, Blutdruck etc.) genau überwacht werden. Zudem werden den Patienten bei Bedarf Infusionen oder Blutkonserven verabreicht.


Dengue-Fieber: Vorbeugen


Es gibt zwar eine Impfung gegen Dengue-Fieber. Diese ist aber in Deutschland nicht zugelassen. Einer der Gründe dafür: Durch den Impfstoff bilden sich Antikörper, die bei einer Infektion mit einem anderen Dengue-Virenstamm den Krankheitsverlauf verschlimmern könnten.

Abgesehen von der Impfung kann man aber auch noch anders tun, um es gar nicht erst zu einer Dengue-Fieber-Erkrankung kommen zu lassen.


  • lange Hosen und lange Ärmel tragen

  • Repellents (Mückensprays) auf Haut und Kleidung auftragen

  • Moskitonetze mit einer Maschenweite von höchstens 1,2 mm - das entspricht ca. 200 MESH (Maschen/inch2) - über das Bett spannen

  • Fliegengitter an Fenstern und Türen anbringen (imprägniert mit Insektiziden)


Dengue-Fieber: Krankheitsverlauf und Prognose


In der Regel verläuft das Dengue-Fieber komplikationslos. Die meisten Patienten erholen sich innerhalb von ein paar Tagen wieder. Allerdings kann die Abgeschlagenheit noch einige Wochen anhalten.

Ein erhöhtes Komplikationsrisiko bei Dengue-Fieber besteht bei Patienten, die nicht ausreichend trinken oder jünger als 15 Jahre sind. Gefährlich ist auch eine Zweitinfektion mit Dengue-Viren:

Nach einer Dengue-Fieber-Infektion ist man gegen den jeweiligen Typ des Dengue-Virus ein Leben lang immun. Man kann sich aber mit einem der anderen drei Virustypen infizieren und erneut erkranken. Diese Zweitinfektion verläuft oft schwerwiegender (etwa als hämorrhagisches Dengue-Fieber). Experten vermuten, dass eine Überreaktion des Immunsystems für den schwereren Krankheitsverlauf verantwortlich ist. Menschen, die bereits einmal an Dengue-Fieber erkrankt waren, müssen folglich bei einer erneuten Tropenreise besonders vorsichtig sein.


Sterberisiko


Gerade beim Dengue-Hämorrhagischen-Fieber (DHF) und Dengue-Schock-Syndrom (DSS) ist eine rechtzeitige intensivmedizinische Behandlung sehr wichtig. Die Sterblichkeit (Letalität) beim DHF liegt zwischen sechs und 30 Prozent. Noch gefährlicher ist das DSS: Ohne adäquate Behandlung sterben 40 bis 50 Prozent der Patienten an dieser schwer verlaufenden Form von Dengue-Fieber. Bei rechtzeitiger Therapie sinkt die Sterblichkeit dagegen auf ein Prozent oder weniger.


Quelle:


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